Durchquerung der Pfunderer Berge
79km
8 Tage
11115hm
Eine Anmerkung vorab: Dieser Bericht beschreibt nicht den Pfunderer Höhenweg, der in den Pfunderer Bergen ausgeschildert wurde. Wir bewegten uns bei dieser Tour nur auf wenigen Abschnitten auf diesem Weg. Der Pfunderer Höhenweg wurde mit sehr langen und schwierigen Etappen gestaltet. Dazu kommt am 3. Tag ein Biwack, welches für eine größere Gruppe nicht genügend Plätze bietet. Deshalb habe ich eine Variante geplant, die die Schönheit des Gebirges und der Landschaft der Pfunderer Berge zeigt. Die Etappen waren ebenfalls etwas schwierig zu gehen, konnten aber auch bei schlechterem Wetter begangen werden.
Bei den Hochgebirgswanderern sind die Pfunderer Berge eher bekannt durch den anspruchsvollen Pfunderer Höhenweg. Sie befinden sich in Südtirol, nahe am Alpenhauptkamm und grenzen direkt an die Zillertaler Alpen. Benannt wurden sie nach dem Pfunderer Tal im Pustertal. Viele Gipfel sind über 3000 Meter hoch und relativ leicht zu bewandern. Die höchsten Gipfel der Pfunderer Berge sind der Niedere Weißzint mit 3.263 Metern und die Wilde Kreuzspitze 3.132 Metern, wobei letzterer oft als der höchste Gipfel der Gruppe betrachtet wird, weil er nicht am Grenzverlauf zu den Zillertaler Alpen steht. Die Berge bestehen geologisch vor allem aus Glimmerschiefer, Gneis und Granit, was ihnen ihre charakteristische alpine Landschaft mit schroffen Kämmen und Tälern verleiht. Auf den Touren kommt man an viele Bergseen vorbei und durchwandert einige Schluchten mit Wasserläufen. Geschichtlich sind die Pfunderer Berge geprägt von einer jahrhundertealten Almwirtschaft. In dem Wandergebiet liegen viele Almen und Hütten. Die bekannteste Alm der Berggruppe ist die Fane Alm. Sie liegt mitten in diesen Bergen und gilt als die schönste Alm in Südtirol.
Wir wanderten 8 Tage durch die Pfunderer Berge. Die Tour startet in Meransen. Von dort gingen wir zur Wieserhütte. Am nächsten Tag stiegen wir über die Seefeldspitze zur bekannten Fane Alm ab und liefen von dort zur Brixner Hütte hinauf. Am dritten Tag wanderten wir noch einmal in das Tal zum Ort Dune hinunter und schliefen oberhalb des Ortes auf der Gampiel-Alm, die auf einem sehr schönen Plateau steht. Danach machten wir uns auf den Weg zur Tiefrastenhütte, wobei wir an diesem Tag auf den Pfunderer Höhenweg wanderten. Unser Ziel nächstes Ziel war Oberlappach. Wir hatten Zimmer auf einem Bauernhof buchen können. Von dort stiegen wir über das Zösenbergtal nur Napfspitze hinauf und gingen auf der anderen Seite des Berges hinunter zur neu errichtete Edelrauthütte (Eisbruggjochhütte). Für den vorletzten Tag war der Übergang zur Hochfeilerhütte geplant. Dabei mussten wir kurz vor der Hütte einen Gletscher queren. Von der Hochfeiler Hütte stiegen wir in das Pfitzer Tal nach St. Jakob ab und fuhren mit dem Bus zurück nach Sterzing.
Wir waren bereits am Vortag nach Brixenn gereist und hatten dort mitten im Zentrum in einem Hostel übernachtet. Am nächsten Tag besichtigten wir vor unserer ersten Wanderetappe die Stadt mit ihren vielen Sehenswüürdigkeiten. Die Stadt Brixen liegt im Eisacktal am Zusammenfluss von Eisack und Rienz in Norditalien. Sie ist die drittgrößte Stadt in Südtirol. Hier regierten über Jahrhunderte die Fürstbischöfe, die Brixen zu einem wichtigen religiösen und kulturellen Zentrum entwickelten. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten gehören der Brixner Dom mit seinem berühmten gotischen Kreuzgang, die Hofburg, die historischen engen Gassen und die vielen mittelalterlichen Gebäude.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Dom zu Brixen mit seinen berühmten Fresken im Kreuzgang. Der Dom zu Brixen ist einer der wichtigsten Sakralbauten entlang des Alpenbogens und wurde im Jahr 980 urkundlich erwähnt. Im Inneren des Doms kann man viele Deckengemälde, eine wertvolle Ausstattung mit 33 verschiedenen Arten von Marmor, einer der bedeutendsten Barockaltäre Tirols und eine prunkvolle Orgel besichtigen. Im Kreuzgang, der zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Südtirols, können gut erhaltene gotische Wandmalereien besichtigt werden, die das mittelalterliche Leben zeigen. Der Lebensbrunnen vor dem Dom symbolisiert den Kreislauf des Lebens. Er stellt das Leben als Spirale dar.
Auf der anderen Seite des Marktplatzes gelangt man zur Hofburg mit dem Diözesanmuseum. Die Burg war früher die Residenz der Fürstbischöfe. Sie beherbergt heute das Diözesanmuseum mit dem Brixner Domschatz und einer bedeutenden Kunstsammlung. Ebenfalls befindet sich hier eine der bedeutendsten Krippensammlungen Südtirols mit rund 5.000 Figuren. Es gibt zahlreiche Weihnachtskrippen aus Brixen, Tirol, Neapel und Sizilien zu besichtigen. Auf dem Weg zum Stadtteil Stufels kamen wir am weißen Turm vorbei. Der 72 Meter hohe Weiße Turm ist das Wahrzeichen von Brixen, gehört zur Pfarrkirche St. Michael. Stufels ist der älteste Stadtteil von Brixen. Die historische Schutzengelgasse und die verwinkelten Sträßchen vermittelt ein authentisches Bild vom Ursprung Brixens. Wir besuchten die barocke Schutzengelkirche. Sie steht im Zentrum von Stufels. Ihr romanisches Mauerwerk stammt zum Teil aus dem Mittelalter. In der Kirche erinnern Schutzengel an frühere Brände und Überschwemmungen, die es in der Stadt gab. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus Sicherheitsgründen der Zusammenfluss der Flüsse Eisack und Rienz flussabwärts verlegt. Die neu gewonnene Fläche zwischen den beiden Flüssen wurde in eine Grün- und Parkanlage verwandelt, die sogenannten Rappanlagen. Dort ruhten wir uns nach dem Stadtrundgang etwas aus. Am Vorabend hatte es hier ein größeres Konzert gegeben und die Foodtrucks verkauften zum Mittag einige Spezialitäten der Region.
Gegen 13 Uhr fuhr vom Busbahnhof in Brixen unser Bus nach Meransen, den es nun galt zu erreichen. Meransen war der Ausgangspunkt für unsere Wandertour durch die Pfunderer Berge.
Bildergalerie:
















7,3km
2,5h
465hm
13hm
leicht
Am Mittag fahren wir mit dem Bus 401 von Brixen nach Mühlbach. Eigentlich wollten wir hier die historische Seilbahn zur Fahrt nach (1) Meransen 1414m nutzen, aber diese war abgebaut worden und soll durch eine moderne Bahn ersetzt werden. Für die Zeit der Bauarbeiten gibt es einen Ersatzbus (Linie 413), der am Wochenende aber in der Mittagszeit nicht fährt. Wir kamen deshalb erst gegen 15 Uhr auf dem Plateau an. Der Ort zählt mit 280 Sonnentagen zu den sonnigsten Orten in Südtirol. Sehenswert sind die spätgotische Pfarrkirche und der Brunnen mit den heiligen drei Jungfrauen im Zentrum des kleinen Dorfes. Von der Seilbahn folgten wir einem Weg vorbei am Berghotel Hofer und über die Bergwiesen bis nach Außeregg. Dort gingen wir noch ein kurzes Stück auf der Via Platzer und bogen dann hinter dem Funkturm in die Via Forstweg zum Altfasstal ab. Diesem Waldweg folgten wir bis zum großen Parkplatz am (2) Eingang zum Altfasstal 1600m. Das Altfasstal ist eines der schönsten Täler in Südtirol. Es liegt oberhalb von Meransen zwischen Gitschberg und dem Jochtal.
Weiter gingen wir dann auf dem Fahrweg und entlang eines Kreuzganges zum (2) Gasthaus Großberghütte 1633m, welches wir nach ca. zwei Stunden Fußmarsch erreichten. Der Gasthof liegt inmitten einer einzigartigen Natur. Vor uns breiteten sich Almwiesen mit den typischen Futterhütten aus. Mitten durch diese Wiesen schlängelte sich der Altfassbach. Auf den Wiesen grasten überall Kühe, Pferde und Esel. An der Hütte war es ordentlich etwas los. Im Tal gab es das jährliche Almhüttenfest. Wir fanden noch einen freien Tisch und nahmen Platz für eine Kaffeepause. Vor der Hütte spielte eine Kapelle traditionelle Volksmusik. Nach einem Kaffee und Kuchen probierten wir den Kirschtakropfn, der an allen Tischen serviert wurde. Dabei handelt es sich um einen langen, großen Krapfen aus dünnem Teig, der traditionell im Pustertal zu Kirchtagsfesten gebacken und serviert wird.
Nach der Pause wanderten wir weiter in das Tal hinein. Leider begann es nun an zu regnen. Nach einem weiteren leichten Anstieg schauten wir direkt in den Talschschluss. Wie ein runder Kessel wird dieser durch die Gipfel des Kurzkogel, Fensterlewand, Nock und Fallmetzer umrahmt. Alle Gipfel erreichen eine Höhe über der 2500 Metern. Nach einem letzten Anstieg erreichten wir zuerst die Pranter Stadl Hütte. Auch hier gab es ein großes Fest und wir kehrten kurz ein. Besonders bekannt ist sie für ihre urige, familienfreundliche Atmosphäre mit großem Kinderspielplatz aus Naturholz, Streichelzoo und Tieren. Der Spielplatz, die kitschige Dekorationen und viele urige Details machen die Hütte zu einem beliebten Ausflugsziel. Nach einer kurzen Pause gingen wir zum Schluss der Tagesetappe hinüber zum (4) Schutzhaus Wieserhütte 1845m.
Auf der Wieserhütte gibt es eine Käserei, in der Almkäse, Graukäse und Kräuterkäsehergestellt werden. Der Kuhstall befindet sich gleich hinter der Hütte. Auf der Hütte gibt es Zimmer für 2-3 Personen und ein Lager mit 16 Plätzen. Wir bekamen das Lager zugeteilt, in dem die Deckenhöhe sehr gering war. Wir stießen uns gleich mal die Köpfe. Die nassen Sachen konnten wir im Essenraum aufhängen. Dann gab es etwas zu trinken und zu Essen. Im Anschluss probierten wir noch den angesetzten Heuschnaps und gingen dann zu Bett, denn am nächsten Tag wartete eine lange Etappe auf uns.
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1) Meransen 1414m- 2) Eingang Altfasstal 1600m
- 3) Gasthaus Großberghütte 1633m
- 4) Schutzhaus Wieserhütte 1845m
14,0km
7h
1429hm
965hm
schwer
Die Sonne schien bereits am Morgen durch unser Fenster im Schlafraum. Die Kühe waren auch bereits gemolken worden. Der Frühstückstisch war reichhaltig mit Produkten der Alm gedeckt worden. Wir waren etwas angespannt für die lange Tour. Das Wetter sollte auch nur bis zum Mittag trocken bleiben. Also beeilten wir uns etwas beim Packen der Sachen.
Direkt hinter dem (1) Schutzhaus Wieserhütte 1845m trafen wir auf den Wanderweg, der gleich steil bergauf führte. Neben uns sahen wir die Oberpranterhütte, die leider geschlossen ist und nur privat hgemietet werden kann. Hinter der Hütte gab es einen Wasserfall an der Felswand des 2528m hohen Nock. Der Altfassbach fällt an dieser Stelle die Felswand hinunter und verschwindet im Nirgendwo, bis er etwas weiter unten wieder aus dem Boden emporspringt. Oberhalb der Hütte wanderten wir in nördlicher Richtung auf dem Weg Nr.15 durch einen kurzen Lärchenwaldgürtel und erreichten dann eine Steilstufe. Hinter dieser lag der See versteckt in einer weiten Mulde. Diese Steilstufe überwanden wir auf einem neu angelegten Serpentinensteig und standen plötzlich etwas oberhalb vom tief blauen (2) Seefeldsee 2271m. Von dort wanderten wir bis zum nördlichen Seeufer. Stellenweise war die Wegführung etwas unübersichtlich und es gab kurze Kletterpassagen um Felsblöcke, weil nicht immer die Markierungen sichtbar waren. Danach folgte eine Schlüsselstelle der Tour, denn der Steig führte in eine steile, rinnenartige Passage, die entlang des Baches führte. Durch starken Regen kann diese immer wieder ausgespült werden und muss im weglosen Schrofengelände überwunden werden. Oberhalb der Rinne öffnete sich das Gelände zur Seefeldalm mit dem Mittleren Seefeldsee, der in einer weiten Grasmulde zwischen den Bergen liegt. Von hier folgten wir dem Steig Nr. 6, der nochmals steiler zu einem kleineren, oberen See hinauf führte. Am See bog der Weg nach links ab und über durchwegs grasige Hänge erreichten wir ohne ausgesetzte Passagen den Gipfel der (3) Seefeldspitze (Cima di Campolago) 2715m. Vom grasbewachsenen Gipfel mit Kreuz hatten wir eine weitreichende Aussicht über die Pfunderer Berge und die Zillertaler Alpen.
Vom Gipfel stiegen wir nach einer kurzen Pause etwas bergab und kontrollierten dann noch einmal unsere Wanderkarte. Wir entschieden uns für den Abstieg über die (4) Steinlaschscharte (Forcella die Monte di Sasso) 2576m, weil dieser zwar etwas länger, aber laut Karte einfacher zu gehen war. Ein Irrtum, denn der Weg führte als unmarkierter Übergang durch steile Gras- und Schrofenhänge über den Südwestkamm unterhalb des Gipfels. Wir mussten immer wieder die Tritte am Kamm suchen und einige Male auch etwas zurückgehen. Der Weg erforderte eine sichere Orientierung und absolute Trittsicherheit. Je näher wir der Steinlaschscharte kommt, desto mehr verliert sich der Pfad in blockigem Gelände, und es mussten kurze, teils sandige Steilstufen unter zu Hilfenahme der Hände überwunden werden. Die Scharte selbst ist ein kleiner, unscheinbarer Einschnitt im Kamm, der nach Westen ins Steinbergtal und nach Osten in Richtung der Seefeldseen abfällt.
Direkt unter der Steinlaschscharte beginnt ein schmaler Steig, der sich in vielen Kehren durch die steilen Grashänge talwärts zieht. Direkt an der Scharte setze der Regen ein und der Weg wurde immer rutschiger. Allmählich kamen wir in die weitläufigen Wiesen der Hochalm und der Weg wurde flacher. An der (5) Tschiffernaun Alm 2214m erreichten wir den Fahrweg. Nach den vielen bewältigten Höhenmetern machten wir in der rustikalen Almhütte eine etwas längere Pause und warteten die Regenschauer ab. Angeboten wurden unter anderem typische, regionale Almgerichte. Die Wirtin wies uns darauf hin, dass wir unbedingt den hausgemachten Kuchen.
Frisch gestärkt liefen wir zuerst auf dem Fahrweg bis zur Stin Alm. Etwas weiter unterhalb der Alm verließen wir den Weg und folgten der Ausschilderung zur (5) Fane Alm 1740m, die wir nach einer weiteren Stunde erreichten. Die Fane Alm ist ein historischen Almdorf, welches sich im Talschluss des Valsertals in den Pfunderer Bergen befindet. Entstanden ist sie im Mittelalter und diente zunächst als Lazarett für Pest- und Cholerakranke. Hier stehen 35 Gebäude, die als Wohnhütten, Heuschober, Viehställe genutzt werden, sowie eine kleine Marienkirche aus dem Jahr 1898 und drei Almschenken. Die ansässigen Bauern bieten hier frischen Käse und Butter zur Verkostung an. Da es wieder regnete, kehrten wir erneut ein und warteten die Schauer ab.
Nach der Pause schien die Sonne und wir starteten auf den letzten Abschnitt der Tagesetappe. Direkt im Almdorf gingen wir links bergauf zum breiten Almenweg und auf diesem taleinwärts nach Norden zur "Schramme", einer Schieferschlucht mit einer Klamm. Der Weg durch die Valler Schramme ist ein kurzer, aber eindrucksvoller Abschnitt einer Wanderung, die durch eine enge, felsige Schlucht mit teils steilerem Anstieg verläuft. Sie wurde schon im 19. Jahrhundert künstlich verbreitert und mit einem breiten Fahrweg versehen. Nach der Durchquerung zweigte am oberen Ende die Fahrstraße zur Labesebenalm ab. Wir aber wanderten auf dem breiten Wanderweg geradeaus weiter bergauf über welliges grünes Almgelände, am Schluss über eine kurze Steilstufe geht es hinauf zu der auf einer Geländeschulter am Ende des Valler Tals thronenden (6) Brixner Hütte 2282m.
Die Brixner Hütte in den Pfunderer Bergen liegt im Herzen einer eingekesselten und urigen Almlandschaft auf der Pfannealm. Die Hütte hat alles, was notwendig ist, aber nichts was überflüssig ist. Den Strom produziert ein kleines E-Werk im Valler Bach nahe der Hütte. Ausgestattet ist sie mit zwei Matratzenlagern für 35 Plätzen. Nach der Ankunft blieben wir noch etwas auf der Terrasse sitzen. Dann holten uns aber noch einmal die Regenwolken ein. Am Abend wurden wir einem guten Essen und einem leckeren Dessert verwöhnt.
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1) Schutzhaus Wieserhütte 1845m- 2) Seefeldsee 2222m
- 3) Seefeldspitze 2719m
- 4) Steinlaschscharte 2576m
- 5) Tschiffernaunalm 2214m
- 6) Fane Alm 1740m
- 7) Brixner Hütte 2282m
11,5km
5,5h
824hm
1026hm
mittel
Für den Tag war gutes Wetter angesagt, aber vor dem Mittag auch Regen. Wir hofften, dass wir den Übergang in das Pfunderer Tal vor dem Regen schafften. Wir verließen die (1) Brixner Hütte 2280m und gingen auf die kleine Holzhütte zu, die sich nördlich des Schutzhauses befand. Dort querten wir einen kleinen Bachlauf und bogen nach rechts ab. Nun folgten wir dem Bach in östlicher Richtung in ein Hochtal hinein. Der Pfad führte in einem Linksbogen in nordöstlicher Richtung einen grasigen Hang hinauf. Nach einigen Kehren wanderten wir auf einer kurzen Quergang an einer Felswand vorbei. Im Anschluss wendete sich der Weg wieder nordostwärts und stieg steil zur (2) Steinkarscharte 2608m hinauf, die wir nach einer Stunde erreichten. An der Steinkarscharte öffnete sich ein fantastischer Blick auf die gewaltige Bergkulisse der Pfunderer Berge rund um die Weitenbergalm.
Nach einer kurzen Pause gingen wir den steilen Weg im Geröllhang in vielen Serpentinen hinunter in das Pfunderer Tal. Einen Abzweig Richtung Pfunders ließen wir rechts liegen und orientieren uns links haltend an der Höhenwegsmarkierung. Auf einer Höhe von 2350 Metern wurde der Weg wieder flacher und leitete uns nordwärts an der Ostflanke der Pfannespitze vorbei. Hier trafen wir nochmals auf einen Abzweig Richtung Pfunders, den wir abermals ignorierten. Wir gingen geradeaus weiter und wanderten über einen grasigen Hang auf einen Wiesenrücken hinauf. Hier mussten wir Ausschau nach den Markierungen halten, denn in den Wiesen gab es einige tiefere Einkerbungen, die nicht durchschritten werden konnten. Vom Rücken stiegen wir in mehreren Kehren zum Weitenbergbach hinunter, den wir an geeigneter Stelle überquerten. Nach dem Bachlauf trafen wir auf einen Fahrweg, der direkt zur (3) Weitenbergalm 1958m führte. Die Sonne schien und wir machten es uns vor der Alm bequem. Die Weitenbergalm ist eine urige Berghütte in sehr schöner Lage, mitten im Pfunderer Talkessel. Es wurden hausgemachte Produkte, wie Almkäse, Butter oder Joghurt angeboten. Wir probierten den frischen Joghurt mit Früchten.
Danach stiegen wir weiter in das Pfunderer Tal ab. Zur linken Seite konnten wir in das Engbergtal hineinschauen, wo es im unteres Teil einen Wasserfall gab. Dann tauchten bal die Häuser des kleinen Örtchen Dune auf. Dort gelangten wir auf eine Starße, die wir weiter den Berg hinauf stiegen, bis wir die (4) Bodenalm 1690m nach weiteren 2 Stunden Gehzeit erreichten. Hier konnten wir uns noch einmal vor dem letzten Aufstieg des Tages stärken.
Wir folgten dem Fahrweg wenige Minuten und bogen dann auf einen Wiesenweg ab, der zu einer Brücke führte, über die wir den Eisbruggbach überquerten. Gleich danach begann der steile Aufstieg durch einen Wald. Der Weg zog sich am Osthang des Riegler entlang und ging dann in kurzen Kehren steil nach oben. Das letzte Stück führte über eine Weidefläche, von der wir einen sehr schönen Blick in das Pfunderer Tal hatten. Dann kam hinter einer Kehre die (5) Gampiel-Alm 2045m zum Vorschein. Vor der Alm empfing uns ein Esel, der gleich gestreichelt werden wollte und uns nicht von der Seite wich.
Es war sehr schwer für diese Etappe eine Unterkunft zu finden. Zum Glück hatten die Wirtin der Alm für uns eine Ausnahme gemacht und uns genügend Betten zur Verfügung gestellt. Auf der Alm wurden wir sehr freundlich empfangen. Wir ruhten uns auf der Terrasse aus und genossen den Panoramablick, der bis in die Dolomiten reichte. Die Hüttenwirtin zeigte uns die neu gestalteten Zimmer. Mir machten uns frisch und dann gab es auch schon das Abendessen. Wir bestellten eine Brettljause mit typischen Südtiroler Produkten von der Alm. Zum Abschluss reichte uns die Wirtin noch eine Probe mit angesetzten Schnäpsen, die wir probierten und uns sehr gut schmeckten. Vor der Alm ging die Sonne langsam unter. Der Himmel fing sich an zu verfärben und im Hintergrund waren die Gipfel der Dolomit mit dem Langkofel zu sehen, den wir bereits auf einer anderen Tour umrundet hatten. Dann gingen wir zu Bett, denn auch am nächsten Tag stand eine längere Etappe an.
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1) Brixner Hütte 2282m- 2) Steinkarscharte 2608m
- 3) Weitenbergalm 1958m
- 4) Dun 1539m
- 5) Bodenalm 1690m
- 6) Gampiel Alm 2045m
11,4km
6h
783hm
515hm
mittel
Am Morgen schien die Sonne. Wir bekamen ein großartiges Frühstück gereicht und ließen uns etwas Zeit. Die Tagesetappe war zwar etwas lang, hatte aber zwei Hütten, auf die wir einkehren konnten. Wir verabschiedeten uns von der sehr freundlichen Hüttenwirtin, die uns einen außerordentlich schönen Aufenthalt in den Bergen bereitete. Vor der (1) Gampiel-Alm 2045m schauten wir uns noch einmal die Route an und entschieden uns dann doch über (2) Kuhscharte 2198m zu gehen. Der Pfunderer Höhenweg verlief nur etwas oberhalb der Alm auf einem Bergkamm, der zur Scharte hinaufführte. Immer wieder schauten wir zurück zur Gampiel-Alm und die Gipfel der Pfunderer Berge. Zur linken Seite konnten wir das Eisbruggtal hinaufschauen. Dort befindet sich oberhalb der Eisbruggsee, an dem unser Tagesziel des nächsten Tages lag. Hinter der Scharte ging der Weg steil hinunter zur Hauerhütte, die auf einer verlassenen Alm lag. Von dort verlief ein Pfad am steilen Hang hinüber zum Valzererbach, der die steilen Felswände hinunterfloss. Nachdem wir den Bach überschritten hatten, begann ein steiler Anstieg durch kleinere Waldstücke und über Wiesen hinauf zur (3) Gruipa Alm 2222m. Leider hatte diese geschlossen, aber wir legten hier eine Pause ein und machten es uns an der Alm bequem.
Über einige alpine Steige, die oft auf steileren Grashängen verliefen, wanderten wir vorbei an alten und schön gelegenen Almen. Immer wieder gab es auch mal etwas Blockkletterei. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die (4) Gampishütte 2232m, eine typische Milchviehalm mit Melkkühen, deren Milch zu einem würzigen Pfunderer Bergkäse und Almbutter verarbeitet wird. Der Almbauer freute sich über den Besuch, denn an diesem Tag waren noch nicht viele Wanderer vorbeigekommen. Wir konnten etwas trinken und uns ausruhen. Danach folgten wir dem Weg, der leicht zum (5) Passenjoch 2408m anstieg. Vom Passenjoch führte der Pfunderer Höhenweg in leicht ansteigendem Bogen und vorbei an mehreren kleinen Seen durch ein weiträumiges Kar. Über Blockwerk ging es zu einer schottrigen Rinne, die zur schmalen (5) Hochsägescharte 2705m hinauf führte. Der Abschnitt war technisch unschwierig, aber aufgrund des losen Gerölls und der großen Blöcke, sowie der Steilheit im Schlussstück anspruchsvoll. Bei Nässe kann es auf den Steinen sehr rutschig werden. Die Markierungen waren nicht immer zu sehen und wir benötigten etwas Zeit, um den Aufstieg zu meistern. Auf der Scharte wurden wir mit einem Ausblick auf die Dolomiten und den Hochfeiler belohnt. Es war sehr kalt und windig. Deswegen legten wir an der Scharte nur eine sehr kurze Pause ein.
Von der Scharte sahen wir bereits die Hütte in einem beeindruckenden Hochkar, zu der wir nun hinuntersteigen mussten. Doch auch im Abstieg erwies sich der Weg etwas schwieriger als zunächst vermutet, denn er war rutschig und verlief zum Teil auf einem lockeren Untergrund. Schutt, Sand und Kies lagen auf dem ausgetretenen Pfad. Langsam kam die Hütte immer näher. Die letzten Meter bis zur (7) Tiefrastenhütte 2312m verliefen über eine Wiese und am See vorbei, auf dem es ein schwimmendes Entenhaus gab.
Die Tiefrastenhütte wurde bereits 1912 errichtet und hat eine über hundertjährige Geschichte. Sie gehört zur Sektion Brixen des Alpenvereins Südtirol. Sie wurde durch einen Brand im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1975 neu errichtet. Im Jahr 2004 wurde die Hütte umfassend renoviert und an moderne Anforderungen angepasst. Heute bietet sie Schlafplätze in Zimmern und Lagern und ist in der Sommersaison ein zentraler Anlaufpunkt für Wanderer und Bergsteiger im Winnebachtal oberhalb von Terenten. Wir setzten uns auf die Terrasse und genossen die Aussicht. Es war viel los auf der Hütte. Der nahe gelegene See verleitete einige Wanderer, ein Bad zu versuchen. Die eisigen Wassertemperaturen beendeten dies aber recht schnell. Imposant war auch die Fernsicht auf die Felsburgen der Dolomiten auf der gegenüberliegenden Seite des Pustertals. Am Abend bot der Hüttenwirt eine Essensauswahl von hausgemachte Speisen mit lokalen Produkten. Es war Pilzsaison und einige Gerichte wurden mit Steinpilzen gekocht.
Wir blieben am Abend nicht allzu lange wach. Auch wenn die Etappe am nächsten Tag nicht so lang war, benötigten wir etwas Zeit für den Abschnitt. Außerdem mussten wir noch etwas zum Abendessen kaufen und dafür einen Abstecher in den Ort machen. Sorge machten uns auch die nassen Felsblöcke hinter der Hochsägescharte, die wir am nächsten Tag hinunterklettern mussten.
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1) Gampiel Alm 2045m- 2) Kuhscharte 2198m
- 3) Gruipa Alm 2222m
- 4) Gampishütte 2232m
- 5) Passenjoch 2408m
- 6) Hochsägescharte 2705m
- 7) Tiefrastenhütte 2312m
10,8km
5,5h
392hm
1126hm
mittel
Am Morgen hatten wir blauen Himmel und die Sonne stieg langsam hinter den Bergspitzen auf. Wir hatten etwas ausgeschlafen und frühstückten etwas später. Dann gingen von der (1) Tiefrastenhütte 2312m zur (2) Hochsägescharte 2705m hinauf. Nach einer Stunde erreichten wir die Scharte und hatten von dort einen schönen Blick hinüber zum Passensee, der etwas weiter unter uns lag. Die Steine waren abgetrocknet und nicht mehr so rutschig. Auch waren die Markierungen aus dieser Richtung besser zu sehen. Wir waren im Verhältnis zum Aufstieg viel schneller auf dem Wegstück. Vom (3) Passenjoch 2408m bogen wir dann nach rechts in das Passental ein und wanderten über Wiesen das Tal hinunter. Dabei querten wir den Kleinen Passensee und trafen am Passenbach zu den Almen. Dort warteten ein paar neugierige Kühe auf uns. Von den Almen wanderten wir weiter auf dem Fahrweg, der uns hinunter in das Zösental zur (4) Bergmeisteralm 1720m führte. Wir nahmen auf der Terrasse platz und ruhten uns etwas aus. Die Besitzerin war sehr freundlich und bereitete uns einen Kaiserschmarrn, der sehr lecker war.
Von der Bergmeisteralm liefen wir im Anschluss auf der Straße bergab, bis wir nach einer langen Linkskurve zu einem Hinweisschild auf die (5) Lappacher Klamm 1500m am Zösenbch stießen. Dort bogen wir ab und wanderten durch einen Wald weiter steil hinunter zur Klamm. Diese war aber durch umgefallene Bäume nicht besonders sehenswert. Also gingen wir wieder den Berg etwas hinauf und dann hinunter zu den Neveswasserfällen. Dort gibt es am Verlauf des Nevesbaches mehrere Kaskaden, die in einigen Schwimmbecken endeten. Von einem kleinen Aussichtspunkt stiegen wir hinunter in das mittlere Becken und planschten in dem kalten Wasser. Vor uns war dort eine Anfängergruppe für Canyoning mit Neoprenanzügen durchgestiegen. Ein schöner Ort in der schmalen Schlucht. In der Klamm gibt es ein besonderes Mikroklima und bei Sonnenschein viele farbige Lichtreflexionen. Danach wanderten wir auf dem Weg weiter zum unteren Becken und dann bergauf hinauf zur Straße. Durch die wild-romantische Klamm gibt es einen Themenweg über die Kraft des Wassers. Vom Wander-Parkplatz gingen wir die Straße noch ca. 1 Kilometer leicht bergab zu unserer Unterkunft auf dem (6) Pichlerhof 1555m.
Da es auf den Almen rund um Lappach keine Wanderunterkünfte gab, waren wir sehr froh, dass uns auf dem Pichlerhof noch Zimmer zu einem guten Preis angeboten wurden. Der Hof liegt etwas außerhalb des Ortes und bot kein warmes Essen für den Abend an, aber die Wirtin stellte uns Getränke in die Unterkunft. Wir ruhten uns etwas aus und ein paar Mitwanderer gingen in den Ort, wo es einen kleinen Einkaufsmarkt gab, der erst um 15:30 Uhr öffnete. Dieser hatte eine Auswahl an lokale Spezialitäten an, die wir einkauften. Daraus konnten wir ein tolles Abendessen zaubern. Im Anschluss saßen wir auf der Terrasse des Hauses und planten unsere Route für den nächsten Tag, denn diese hatte es in sich.
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1) Tiefrastenhütte 2312m- 2) Hochsägescharte 2705m
- 3) Passenjoch 2408m
- 4) Bergmeisteralm 1720m
- 5) Lappacher Klamm 1500m
- 6) Pichlerhof 1555m
11,0km
6h
1342hm
320hm
schwer
Am Morgen bekamen wir ein sehr gutes Frühstück in unserer Unterkunft. Die Sonne schien wieder und der Himmel war fasst wolkenlos. Wir starteten am frühen Morgen, um nicht den langen Aufstieg des Tages in der Sonne zu bewältigen.
Von unserer (1) Pichlerhof 1555m gingen wir die Straße in Richtung Nevesstausee zuerst 1 Kilometer leicht bergab, bis wir zum Abzweig in das Zösental kamen. Dort bogen wir links ab und gingen weiter auf einem Fahrweg. Als nächsten querten wir die Brücke über den Nevesbach und konnten dort noch einmal die Klamm sehen. Von der Klamm wanderten wir weiter in das Zösental auf und gehen entlang des Zösenbach zur (2) Bergmeisteralm 1670m. Weiter führte der Fahrweg zur Hofalm. Am Wanderparkplatz gab es einen Abzweig, den wir allerdings verpassten. Der Weg Nr. 6 hätte uns durch ein Waldstück hinauf zu den Zösner Wiesen geführt. Wir gingen aber bis zu einer großen Kehre im Tal, wo sich der Fahrweg gabelte. Von dort stiegen wir steil an einem Wald vorbei hinauf zu den Zösner Wiesen und kamen dort wieder auf den Weg. Weiter in leicht ansteigender Querung durch weite Grashänge ging es hinauf zu einer weiten Mulde mit einer kleinen Hirtenhütte, die (3) Schafalm Seeberg 2330m. Hier legten wir eine kurze Pause ein.
Nach einer Pause gehen wir weiter in den Talschluss hinein. Durch das breite Hochtal wanderten wir über steinig werdendes Gelände weiter zu den (4) Seeberg Seen 2420m, die auch Bodenseen genannt werden. Dort stiegen wir über eine lange Steilstufe in den Sattel, der sich südwestlich der Pfeifholderspitze befindet. Hier hielten wir uns links und Kletterten zum Teil über Felsblöcke zuerst am Kamm entlang und liefen dann etwas rechts davon, leicht ausgesetzt, auf die (5) Napfspitze 2888m. Die Napfspitze wird auch Dreiecketer genannt. Sie ist Bestandteil des Zillertaler Hauptkamms. Vom Gipfel hatten wir einen tollen Rundumblick auf die Gletscher und viele Dreitausender des Alpenhauptkamms und natürlich auch auf die vielen Gipfel der grünen Pfunderer Berge.
Zurück führt der Weg bis zur Pfeifholderspitze. Dort bog er links unterhalb der Spitze ab und verlief schräg abwärts und über felsdurchsetztes Gelände. An einigen Stellen mussten wir die Markierungen suchen und benötigten für den Abstieg doch länger als die Zeitangaben auf den Schildern. Wir waren auch nicht die Einzigen, die den Weg suchten. Die ganze Zeit konnten wir die (6) Edelrauthütte 2545m am Eisbruggjoch sehen. Umso mehr freuten wir uns, als wir sie endlich erreichten. Wir machten es uns auf der Terrasse bequem und ruhten uns aus. Dabei schauten wir den Treiben am Abstiegshang zu.
Erbaut wurde die Edelrauthütte im Jahre 1908. Direkt neben der kleinen alten Hütte entstand 2015 eine neues, modernes Schutzhaus. 2016 wurde die neue Hütte eröffnet und die alte Edelrauthütte abgerissen. Das neue, architektonisch gelungene Schutzhaus befindet sich am Alpenhauptkamm und somit in unmittelbarer Nähe der Zillertaler Dreitausender Hochfeiler, Hoher Weißzint und Großer Möseler. Die Zimmer waren sehr gut gestaltet. Jeder Wanderer hatte seinen eigenen Schrank und konnte seine Sachen verstauen. Aus dem Speissaal hatte man durch die großen Panoramafenster einen super Blick zur Napfspitze.
Am Abend gab es ein schönes 3-Gang-Menü mit einem selbstgemachten Tiramisu. Danach bot der Hüttenwirt Obstbrände von der Bauern aus der Region an, die wir probierten. Für den nächsten Tag war eine kurze Etappe geplant und wir mussten nicht zu früh aufstehen. Aber diese Etappe sollte es in sich haben und uns sehr fordern.
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1) Pichlerhof 1555m- 2) Bergmeisteralm 1670m
- 3) Schafalm Seeberg 2330m
- 4) Seeberg Seen 2420m
- 5) Napfspitze 2888m
- 6) Edelrauthütte 2545m
4,4km
6h
439hm
225hm
schwer
Wir hatten sehr gut geschlafen. Am Morgen schien wieder die Sonne und beim sehr guten Frühstück hatten wir einen traumhaften Blick auf die Napfspitze, die wir am Vortag bestiegen hatten. im Anschluss packten wir vor der Hütte unsere Sachen und machten noch in paar Fotos vom Eisbruggjoch hinunter in da Tal und zum See. Der Übergang zur zweit höchsten Hütte der Zillertaler Alpen war viele Jahre nach einem Felssturz gesperrt gewesen. Der Übergang von der Edelrauthütte zur Hochfeilerhütte war bis zu 20km lang und somit nur schwer zu schaffen. Nun war der Weg durch einen kleinen Klettersteig ergänzt worden und es gab wir eine kürzeren Übergang, den wir an diesem Tag nutzen wollte.
Von der (1) Edelrauthütte folgen wir dem markierten Weg über die Steinblöcke. Es ging erst einmal leicht bergan. Wir folgten der Linie am Berghang. Nachdem wir den zweiten Bachlauf überquert hatten, der den Eisbruggsee speiste, wurde der Anstieg steiler. Der Weg schlängelte sich weiter in Serpentinen am Berg entlang. Zum Schluss wurde es noch einmal steiler. Dann erreichten wir nach knapp 2 Stunden die (2) Untere Weißzintscharte 2974m, die wir bereits einige Zeit vor uns sehen konnten. Von der Scharte konnten wir die Südflanke des Hochfeilers und den Gipfel sehen.
Unter uns zog sich der Gliederferner zum Tal hinunter. Zu diesem mussten wir nun hinabsteigen. Der Weg wendete sich zuerst in nordöstliche Richtung und führte weiter auf einer Ebene in Richtung des Hochfeiler. Dann bogen wir nach links ab und wanderten oberhalb einer hohen Felsstufe am Gletscher in dessen Fließrichtung entlang. Zum Schluss erreichten wir einen gesicherten Felsen, an dem wir zum (3) Gliederferner 2800m abstiegen. Wir kletterten mithilfe von Drahtseilen und Klammern zur Gletscherzunge hinunter. Unten erwartete uns ein steiles Schneefeld, welches wir nur mit sehr viel Mühe hinunterstiegen. Im Hochsommer ist der Gletscher meist völlig schneefrei. Am Gletscherrand legten wir Steigeisen an. Aber auch Gerödel oder Schuhspeiks waren ausreichend. Dann querten wir den Gletscher zur anderen Seite und orientierten uns an einem großen roten Punkt, der auf einem Felsen an der gegenüberliegenden Seite sichtbar war. Bis dorthin hatten wir bereits 3,5 Stunden benötigt. Bis zur Hütte war es nun nicht mehr weit. Aber für die letzten 1,5 Kilometer sollten wir viel Zeit benötigen.
Nach der Überquerung wollten wir anschließend den instabilen Moränenhang an der gegenüberliegenden Seite der Gletscherzunge besteigen. Von dort sollten uns rote Punkte als Wegmarkierung dienen. Einen ersten Versuch mussten wir aber abbrechen, weil es keinen sichtbaren Orientierungspunkt gab. Deshalb steuerten wir erst einmal auf einen großen Felsen zu, von dem wir uns einen Überblick über das Gelände hatten. Wir beschlossen den Hang langsam zu queren und dabei weiter bergauf zu steigen. Langsam kamen wir voran, mussten aber immer wieder unseren Weg korrigieren. Endlich sahen wir kleinere Steinmännchen, die wir versuchten zu erreichen. Nach etwa einer halben Stunde standen wir dann auf dem Rücken der Moräne und siehe da, an dieser Stelle begann ein Pfad, der uns in die Richtung der Hütte brachte. Immer wieder gab es noch Stellen, wo wir über Felsblöcke klettern mussten. Nach einer Kurve sahen wir dann endlich die (4) Hochfeilerhütte 2715m.
Wir machten es uns auf der Terrasse bequem, die eine schöne Aussicht auf die Berglandschaft und auf die Gletscher bot. Deshalb ist die Hütte ein beliebtes Wanderziel. Erbaut wurde die Hütte in den Jahren 1984 bis 1986 durch die Sektion Sterzing. Sie steht nun etwas oberhalb der ehemaligen Wiener Hütte und dient als idealer Stützpunkt für Besteigungen des Hochfeilers und seiner Nachbargipfel. Wir bekamen und Zimmer zugewiesen, welches wir alleine nutzen konnten und somit etwas mehr Platz für unsere Sachen hatten. Das sollte sich zum Abend aber ändern, denn durch aufziehenden Regen blieben doch mehr Wanderer auf der Hütte, als angemeldet waren.
Wir bestellten uns ein Stück von dem selbstgemachten Kuchen und ruhten uns aus. Auf der Hütte stehen regionale Produkte im Vordergrund und werden als typische Tiroler Hüttenkost angeboten. Am Abend gab es ein 3-Gangmenü, welches wir uns schmecken ließen. Dann planten wir unseren Abstieg wir den nächsten Tag, denn wir mussten unbedingt den Bus in St. Jakob bekommen. Durch den heutigen Tag waren wir etwas verunsichert, wie viel Zeit wir einplanen sollten. Also bestellten wir das frühestmögliche Frühstück. Da einige Gruppen zum Hochfeiler aufsteigen wollten, waren die Frühstückszeiten für uns passend.
Bildergalerie:















1) Edelrauthütte 2545m- 2) Untere Weisszintscharte 2974m
- 3) Gliederferner 2800m
- 4) Hochfeilerhütte 2715m
8,8km
4h
14hm
1235hm
mittel
Am letzten Tag der Tour standen wir sehr früh auf, weil wir rechtzeitig im Tal an der Bushaltestelle ankommen mussten. Immerhin wollten wir an diesem Tag noch bis nach Berlin fahren. Da der Hochfeiler ein beliebtes Ziel für die Wanderer ist, gab es zu dieser Zeit bereits Frühstück. Als wir vor der (1) Hochfeilerhütte 2710m unsere Sachen zusammen packten, ging die Sonne auf und tauchte die Bergspitzen in ein schönes Licht.
Der erste Abschnitt des Abstiegsweges führte über viel loses Gestein, welches die Gletscher auf ihrem Rückzug zurücklassen haben. Nach einigen kurzen Serpentinen bergab erreichten wir eine Weggabelung, an der wir den Aufstiegsweg zum Hochfeiler querten. Wir hielten uns rechts und querten einen (2) Bach 2460m über eine kleine Brücke, der vom Weißkarferner den Berg hinunterfließt. Der Steig führte weiter unterhalb des Blauen Kofels nur leicht abfallend am Hangrücken entlang. Dieser war an einigen Stellen mit Holzwegen ausgebaut worden. Bereits vor uns sahen wir im Tal die Häuser von St. Jakob. An einigen wenigen Stellen befanden sich einige Seilversicherungen. Durch felsdurchsetztes Gelände und später über Rasenflächen gingen wir weiter bergab, bis wir die verfallene (3) Unterberghütte 1986m erreichten. Dort bog der Weg nach links ab und führte durch einen lichten Wald hinunter nach Bichl. Als Nächstes erreichten wir den Pfitscherbach und stiegen auf einem steilen Weg hinunter zu einer Brücke. Gleich hinter der Brücke bog ein kleiner Pfad nach links ab. Diese verlief nahe am Bach und ersparte uns die Wanderung auf dem Fahrweg. Dafür mussten wir aber über einige umgefallene Bäume klettern und hatten langsam Sorge, dass wir unsere Bus nicht erreichen würden. Nach etwas mehr als 30 Minuten erreichten wir wieder den Fahrweg, der zum Pfitscher Joch hinauf führt. Auf diesem liefen wir weiter bis in den Ort Stein, wo sich am Ortseingang der (4) Gasthof Stein 1550m befindet. Von dort waren es noch einmal 30 Minuten bis wir an den (5) Angerhöfen 1460m die Endhaltestelle vom Bus 311 befindet. Mit diesem fuhren wir nach Sterzing zum Bahnhof.
Der Bus brauchte noch ca. eine Stunde nach Sterzing. Von dort fuhren wir bis zum Brenner hinauf, von wo uns ein Intercityzug bis nach München brachte. Es war eine sehr anstrengende Tour, die wir in den letzten 8 Tagen gegangen waren. Zum Glück hatte sich das Wetter gehalten, denn bei Regen wären einige Passagen sehr schwierig zu begehen gewesen. Die grüne Landschaft und das viele Wasser in den Tälern hat mich sehr beeindruckt. Auf den Hütten hatte es uns sehr gefallen. Vor allem auf der Gampiel Alm war es sehr schön und ohne die Möglichkeit der Übernachtung hätten wir die Tour so nicht gehen können.
Bildergalerie:












1) Hochfeilerhütte 2715m- 2) Bachquerung 2460m
- 3) Unterbergalm 1986m
- 4) Gasthof Stein 1550m
- 5) Angerhöfe 1460m
Eine Erklärung zu den Symbolen und den Daten der Tagesetappen finden Sie unter dem Link "Zeichenerklärung". Weitere Informationen zur Tourenplanung und eine Checkliste stehen für Sie in der Rubrik "Hinweise" bereit.











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Gletschertour / schwer
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5 Tage
2004

